Hach, der Smart. Viele Sachen wurden dazu bereits gesagt, "ein Elefantenrollschuh" sei das, eine "überdachte Zündkerze".
Wir meinen: stimmt! Was auch immer man zu diesem Gefährt sagen möchte, "Auto" ist sicherlich fehl am Platz. Aber kommen wir zuerst mal zu den
L x B x H 2.500 x 1.515 x 1.529 mm
Radstand 1.812 mm
Leergewicht 720 kg
Zuladung 260 kg
Kofferraum 150 - 479 l
Tankinhalt 22 Liter
Beeindruckende Werte...für einen Rasenmäher. Und daran fühlt man sich auch erinnert, wenn man zum ersten Mal einen Smartmotor hört. Die vollen 0,6 Liter ergeben den tiefen, satten Sound eines Benzinrasenmähers bei tiefen Drehzahlen. Keine Angst dieses Gefühl legt sich auch nicht, wenn man den Motor auf hörere Drehzahlen bringt.
Nun denn, man steigt also zum ersten Mal in den Smart ein. Wirklich bequem, das gesammte Innere. Kein Wunder, fühlt man sich doch in die Plüschabteilung eines Spielzueghandels versetzt. Man wird im Smart keine Ecke finden. Also kein Auto für Leute, die sich selbst verletzen. Man könnte es fast als fahrende Gummizelle bezeichnen.
Kommen wir zum nächsten Problem: der Startvorgang. Der geneigte Leser mag jetzt frage: "Ja wieso? Zündschlüssel rein und gut.". Ja, Zünschlüssel rein und... ja wo rein denn? Unter dem Lenkrad ist kein Zündschloß vorhanden. Hm, intelligentere Zeitgenossen beginnen nun, nach einem Startknopf zu suchen. Aber ebenfalls Fehlanzeige. Tja, was nun? Es sei dem geneigten Leser als Übungsaufgabe überlassen, einen Smart zu starten (kleiner Hinweis: sehen Sie mal unter dem Griff der Handbremse nach).
Gut, die erste Hürde ist also genommen, das Gefährt ist an. Sonst ist glücklicherweise alles da, wo's hingehört und Automatikschaltung ist man auch schon von anderen Autos gewohnt. Es kann also losgehen. Ein beherzter Tritt auf's Gaspedal und der Kleine setzt sich in Bewegung. Im Winter ist übrigens Vorsicht zu empfehlen: entgegen der landläufigen Meinung hat der Smart tatsächlich Heckantrieb. Er beschleunigt eigentlich recht flott, der Kleine. Man könnte sich also fast an den Fahrstil gewöhnen. Wäre da nicht die Automatik... Schon beim ersten Gangwechsel fällt die recht lange Schaltzeit auf. Der ungeduldige Autofahrer neigt hin und wieder dazu, zu bremsen und den ADAC zu rufen, bis der nächste Gang einrastet. Aber Geduld, irgendwann schaltet er doch. Gut, an den recht steilen Ausfahrten von Parkhäusern hat man schon mal Angst, den Motor abzuwürgen, aber das ist alles Gewöhnungssache. Wenn man sich dann an alles gewöhnt hat, bringt der Smart eine theoretische Spitzengeschwindigkeit von 135 km/h. Theoretisch deshalb, da man als Fahrer eines normalen Wagens spätestens bei 80 km/h Angst kriegt im Smart.
Womit wir beim nächsten Thema wären: der Sicherheit des Smart. Aufgrund der recht geringen Größe (so man denn hier von Größe sprechen kann) muß der Smart auf einige Annehmlichkeiten verzichten, so zum Beispiel auch auf Knautschzonen. Um dieses Gefährt nicht bei jedem Unfall in einen fahrenden Sarg zu verwandeln, wurde eine Fahrgastzelle verbaut, die wahrscheinlich ihresgleichen sucht. Diese Konstruktion gibt keinen Milimeter nach im Falle eines Aufpralls. Ok, damit ist halt auch kein Energieabbau möglich, aber irgendwas ist ja immer. Bei einem Unfall dürften sich dann wohl auch die Passagiere des Smart ein kleinwenig fühlen wie die Insassen einer Billardkugel.
Der Verbrauch des Smart. Ja, er fährt mit Benzin. Entgegen der Meinung in Tuningkreisen wächst er im übrigen auch nicht, wenn man ihn mit Milch füttert. Seine 22 Liter im Tank reichen für etwa 400 km. die 150-479 Liter im Kofferraum sind da nicht ganz so beeindruckend. Je nach Talent des Einräumenden passt von 1 Laptop bis zu 4 Kästen Bier jede Beladungsmenge in den Smart. Aber versuchen sie mal, einen 3. Beifahrer mitzunehmen. Ok, prinzipiell nimmt der ja auch nicht mehr Platz weg, als 4 Kästen Bier...
Kommen wir nun zum letzten großen Rätsel des Kleinen: der Fußraum auf der Beifahrerseite. Warum um alles in der Welt ist der kürzer, als der auf der Fahrerseite? Uns war es leider bis dato nicht möglich, den Grund dafür herauszufinden. Gerüchteweise ist allerdings der Motor im Kofferraum nur Attrappe und im Fußram der Beifahrers befinden sich tatsächlich die Antriebshamster. Sollten Sie weitere Informationen zu diesem Thema haben, schreiben Sie uns.
Würden wir einen Smart kaufen? Ja klar, er hat doch alle Vorteile eines guten Haustieres: er sieht schnuckelig aus, die Frauen stehen drauf, er frisst wenig und stubenrein ist er auch.
Würden wir aber einen Smart fahren? Nein, natürlich nicht. Schließlich sind wir ja auch als Kinder irgendwann mal vom Dreirad auf ein Fahrad umgestiegen.
Welche Anwendungsmöglichkeiten bleiben dann noch? Tja, neben der schon erwähnten Verwendung als Haustier oder Gummizelle, läßt sich der Smart hervorragend als Blumentopf oder Bierschrank (denken Sie an die 4 Kästen) gebrauchen. Sollte einem das alles nicht zusagen, befinden sich - deutsche Wertarbeit eben - an beiden Türen auch die nötigen Griffe zur umweltgerechten Entsorgung des Kleinen.